perlen

per|len ['pɛrlən]:
1.
a) <itr.; hat/ist>: in Form von Perlen (3) hervortreten, sich bilden:
Wasser perlt auf Fett; der Schweiß perlte ihr auf, von der Stirn.
Zus.: herabperlen.
b) <itr.; ist in Perlen (3) irgendwohin laufen:
das Wasser perlte von den Blättern.
Zus.: herabperlen.
2. <itr.; hat Perlen (3) bilden:
der Champagner perlt im Glas.

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pẹr|len 〈V. intr.; hat
1. wie Perlen (von der Schnur) rollen, fallen
2. leicht, gleichmäßig u. schimmernd fallen, rollen
3. im Glase schäumen (Sekt, Wein)
● Tau perlt von den Blumen, Blättern; der Schweiß perlte ihm von der Stirn; ein \perlendes Lachen helles Lachen in kurzen, angenehmen Tönen [→ Perle]

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pẹr|len <sw. V.> [zu Perle; mhd. berlen = (mit Perlen) schmücken]:
1.
a) <hat/ist> in Form von ↑ Perlen (1 c) hervorkommen, sich bilden:
Schweißtropfen perlten ihm auf der Stirn;
b) <ist> in ↑ Perlen (1 c) irgendwohin laufen:
Tautropfen perlen von den Blättern;
c) <hat> in dichter u. gleichmäßiger [Klang]folge ertönen:
die Töne p. lassen.
2. <hat> Perlen bilden, von Perlen bedeckt sein:
perlender Champagner.

* * *

Perlen
 
[althochdeutsch per(a)la, wohl mittellateinisch-romanische Verkleinerung von lateinisch perna »Muschel (von der Form einer Hinterkeule)«],
 
 1) Biologie: im Innern vieler Weichtiere, besonders der Perlmuscheln, gebildete Körper, meist erbsengroß, selten bis walnussgroß, die durch das Eindringen von Fremdkörpern (auch Parasiten) entstehen. Die Perlen entstehen durch Absonderung von Calciumcarbonat, entweder als Calcit (stumpf aussehende Perlen) oder als Perlmutter, das den Fremdkörper in konzentrischen Schalen umschließt. Zwischen Schale und Mantel entsteht im Bindegewebe eine Einbuchtung, die sich zu einer Blase ausbildet (Perlsack), in der sich die Perle entwickelt. Meist entstehen Perlmutterperlen, seltener durch Verletzung des Periostracums oder der Prismenschicht Conchinperlen oder Prismenperlen. Bleibt der Fremdkörper an der Innenseite der Schale haften, so entstehen Schalenperlen. Süßwasserperlen haben einen sehr farbigen Lüster (Haut). Perlen bis Erbsengröße benötigen zum Entstehen einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren. Chemisch bestehen Perlen zu etwa 92 % aus Calciumcarbonat, rd. 6 % organische Substanz und etwa 2 % Wasser. Im Schließmuskel- oder Scharnierbereich entstehende Perlen sind oft unregelmäßig geformt (Barockperlen).
 
Fundgebiete von Perlen, die durch Perlentaucher aus oft mehr als 20 m Tiefe geholt werden, sind der Persische Golf und die Küsten Sri Lankas (Orientperlen), ferner Australien, die Südsee-Inseln, Venezuela, Mexiko, Panama u. a.; Flussperlen oder Süßwasserperlen werden im Mississippi und Hudson River, vereinzelt auch in mitteleuropäischen Flüssen gefunden.
 
Handelssorten:
 
Neben den Orientperlen, die Wachstumsanreize auf natürlichen Wege erhalten, gibt es die Zuchtperlen, deren Wachstum sich durch Einsetzen eines Perlmutterkerns in das Muschelfleisch vollzieht. Die Orientperle wird nach Gewicht (Grains) bewertet, die Zuchtperle nach Durchmesser, jeweils in Verbindung mit der Schönheitsstufe, d. h. Farbe, Form und Lüster. Außer den weißen Perlen werden Perlen auch in Rosa, Rot, Orange, Gold, Bronze, Silbergrau, Kupfer gezüchtet.
 
 
Erst im späten Hellenismus und in Rom erlangte Schmuck aus echten Perlen größere Bedeutung. Herkunftsländer waren damals v. a. Indien und die Randgebiete des Persischen Golfs. Im Mittelalter, in dem die Perlen als Sinnbild der Liebe Gottes galten, dienten sie neben Edelsteinen zur Verzierung von Kruzifixen, Reliquiaren, Kultgeräten und Gewandungen. Auch Insignien und Schmuckstücke waren mit Perlen verziert. Als Folge der Kreuzzüge gelangten mehr Perlen aus dem Orient nach Europa. Auf fürstlichen Porträts des 16.-18. Jahrhunderts ist Perlenschmuck häufig zu sehen.
 
Künstliche Perlen (Perlenimitationen) werden nach mehreren Verfahren hergestellt. Antillenperlen bestehen aus pulverisierter, gepresster Perlmuttermasse, Majoricaperlen besitzen Kerne aus Glas- oder Plastikkügelchen, Alabasterperlen Kerne aus Alabasterkügelchen (Beschichtung mit Fischsilberlack).
 
 2) Jägersprache: kleine, perlartige, häufig blank gescheuerte Auswüchse an Gehörn- und Geweihstangen von Reh und Hirsch.
 

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1pẹr|len <sw. V.> [zu ↑Perle; mhd. berlen = (mit Perlen) schmücken]: 1. a) in Form von Perlen (1 c) hervorkommen, sich bilden <hat/ist>: Wasser perlt auf einer Fettschicht; Schweißtropfen perlten ihm auf der Stirn; b) in Perlen (1 c) irgendwohin laufen <ist>: Tautropfen perlen von den Blättern; Von den Schläfen perlten Schweißtropfen (Bastian, Brut 140); c) in dichter u. gleichmäßiger [Klang]folge ertönen <hat>: ihr Lachen perlte silbrig; die Töne p. lassen; Wozu brauchen Sie einen Kragen, sagte Karcher in perlendem (fließendem, locker klingendem) Französisch (Kuby, Sieg 291). 2. Perlen (1 c) bilden, von Perlen (1 c) bedeckt sein <hat>: die Wiese perlt vom/von Tau; perlender Champagner.
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2pẹr|len <Adj.> (selten): aus Perlen (1 a) [hergestellt]: ein -es Armband.

Universal-Lexikon. 2012.

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  • Perlen — (echte P.), s. Perlmuscheln. – In der Jägersprache heißen P. die kleinen Erhabenheiten an den Geweihen der Hirsche und Rehböcke. Vgl. Geweih …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

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